Das Jurastudium wirbt mit dem Versprechen einer vermeintlichen Voraussetzungslosigkeit. Anders als Medizin oder Physik verlangt Jura keine fachlichen Vorkenntnisse. Der Anspruch ist dennoch hoch. Das Studium soll gründliche Kenntnisse des Rechts, seiner systematischen Zusammenhänge und der juristischen Methodik vermitteln, gemessen an der Befähigung zum Richteramt. Wer das Studium beginnt, merkt jedoch schnell: Voraussetzungslos ist hier wenig. Niemand verlangt Paragraphenkenntnis am ersten Tag. Stillschweigend wird jedoch erwartet, dass Studierende die juristische Welt bereits kennen, ihre Sprache sprechen, ihre ungeschriebenen Regeln verstehen und ja nicht zu politisch sind. Diese unausgesprochenen Erwartungen bilden das sogenannte Hidden Curriculum in der juristischen Ausbildung. Es prägt, wie man „richtig” denken, sprechen, aussehen und sich verhalten soll.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.2510-5116.2026.09.16 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 2510-5116 |
| Ausgabe / Jahr: | 9 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-08-25 |
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